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Zero Waste: So kann es funktionieren!

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Zero Waste: So kann es funktionieren!

Rachel von MamaDenkt.de gibt hilfreiche Starter-Tipps für alle, die ihren eigenen Müllberg Stück für Stück verkleinern wollen.

So starten Sie mit dem „Zero Waste“-Lebensstil

Müllvermeidung als Familienmotto: Was bedeutet es, wenn die ganze Familie beim „Zero Waste“-Lifestyle mitmacht? Wir haben Rachel von MamaDenkt.de interviewt und spannende Einblicke in ein Leben mit (fast) leeren Mülltonnen erhalten. Und: Hilfreiche Starter-Tipps für alle, die ihren eigenen Müllberg Stück für Stück verkleinern wollen.

Liebe Rachel, beschreibe bitte kurz deine Familiensituation: Wie viele Erwachsene und Kinder gehören zu deinem Haushalt, und wie sehr sind sie in das Thema Müllvermeidung involviert? Einfacher gefragt: Machen alle mit?

Unsere Familie besteht aus zwei Erwachsenen und drei Kindern. Dazu kommen noch zwei Kater und zwei Katzenbabys, deren Müllaufkommen nicht zu unterschätzen ist. Müll zu vermeiden halten alle Zweibeiner hier für absolut notwendig. Oft heißt es: „Mama, gell, wir versuchen weniger Müll zu machen.“ An der Umsetzung arbeiten wir täglich. Mal sind wir darin sehr gut, es gibt aber auch Momente des Scheiterns, die für uns auch dazugehören.

Wann war für dich der Punkt gekommen, an dem du entschieden hast: Jetzt setze ich mich aktiv mit dem Thema Müllvermeidung auseinander?

Wir haben vor Jahren damit begonnen unseren Besitz zu reduzieren. Zunächst haben wir die Dinge, von denen wir uns trennen wollten, verschenkt, verkauft oder auch in die Tonne geworfen. Das fand ich damals sehr erschütternd, weil auf diese Weise zwei blaue Tonnen Papier ihren Weg zur Mülldeponie gefunden haben. In diesem Augenblick kam für uns die Frage auf, wie wir auch diesen Teil unseres Fußabdrucks minimieren könnten. Das Kinderbuch "Nachrichten aus der Tonne“ von Britta Borger und Stefanie Saghri fiel uns zeitgleich in die Hände und es war klar: Wir stellen uns diesem Thema.

455 Kilogramm Müll verursacht der „Durschnittsdeutsche“ laut spiegel.de pro Jahr. „Zero Waste“ heißt wörtlich übersetzt „Null Müll“ – was vermutlich utopisch ist. Wie nah dran an die Null kommst du im Familienalltag?

Null Müll haben wir als Familie tatsächlich noch nicht geschafft. Bei uns wird beispielsweise der „gelbe“ Verpackungsmüll einmal im Monat abgeholt. Als fünfköpfige Familie benötigen wir im Durchschnitt zwei gelbe Säcke. Unser Rekord waren tatsächlich mal 1,5 Säcke, was heißt: Unsere Müllvermeidung ist definitiv ausbaufähig.

Windeln, Feuchttücher, Trinkpäckchen: Was war (oder ist) die größte Herausforderung in Sachen Müllvermeidung, wenn man ein kleines Kind zuhause hat?

Als wir begannen, unseren Müll zu vermeiden, hatte ich ein kleines Baby und einen 2-Jährigen zu Hause, die beide noch gewickelt wurden. Von Wegwerfwindeln wegzukommen, war für mich damals die „größte Herausforderung“. Bei meiner Recherche entdeckte ich dann jedoch Stoffwindeln für uns, die – im Gegensatz zu noch viel früher – heute viel komfortabler in der Handhabung sind. Dann kam für uns das Thema Dessert auf. Die Frage Quetschie, Fruchtjoghurt oder ein Stück Obst? Doch auch aus dieser scheinbar „größten Herausforderung“ wurde schnell eine zu verändernde Gewohnheit.
Welche Produkte für Kinder oder ihre Eltern sind dir – hinsichtlich des verursachten Mülls – ein besonderer Dorn im Auge?
Für mich sind es gerade Trinkpäckchen, Trinkjoghurts, Müsliriegel und Süßigkeiten, die mich hinsichtlich ihrer Verpackung wirklich stören. Auch die scheinbar so gesunden grünen Alternativen mit viel Verpackungsmüll lösen in mir Ärger und Unverständnis aus. Weder meine Familie noch ich können uns vom Konsum von Süßigkeiten freisprechen. Nichtsdestotrotz reduzieren wir diesen, wo es nur geht. Es gibt ja die tatsächlich gesunden Alternativen, wenngleich sie eine nicht zu unterschätzende Umgewöhnung erfordern.

Mit „Müll“ assoziieren viele Menschen das Wort „Plastik“. Doch Müll ist ja viel mehr als Plastikmüll. Wie gehst du zum Beispiel mit angeknabberten Inhalten von den Brotdosen deiner Kinder um?

Wir sprechen sehr offen darüber, dass nichts entsorgt wird. Entweder es gibt beim nächsten Mal weniger mit in die Schule, oder das Brot wandert mittags direkt in den Kühlschrank, um nachmittags verzehrt zu werden. Und manchmal, je nachdem welche Abenteuer das Brot erlebt hat, werfe ich es weg. Selbst die Katzen rühren es dann nicht mehr an.

Welche „Startertipps“ empfiehlst du Familien, die sich dem Thema Müllvermeidung widmen möchten?

Müll zu vermeiden bedeutet oft auch, die eigene Lebensweise umzustellen. Das kann mitunter ganz schön anstrengend sein, vor allem dann, wenn nicht alle Familienmitglieder mit derselben Motivation am Start sind. Meine fünf Startertipps lauten daher, wie folgt:

  1. Gelassen einen Schritt nach dem anderen gehen und am besten solche, die machbar sind.
  2. Immer eine Stofftasche und ein Gemüsenetz dabeihaben. Beides habe ich in meiner Handtasche sowie im Auto deponiert. Dort befindet sich auch immer ein Karton, wenn ich spontan einen Besuch im Gemüse-Hofladen einbaue.
  3. Gemüse (vor allem bio) lässt sich großartig auf dem Markt, im Gemüseladen um die Ecke oder im Hofladen kaufen. Manchmal braucht es hier nur Zeit für Recherche und ein Netzwerk, das Infos zu Neu-Entdeckungen austauscht.
  4. Getränke lassen sich gut in Mehrwegflaschen einkaufen, sei es der Apfelsaft oder auch die Milch und das Wasser gibt’s aus dem Hahn.
  5. Die Aufbewahrung von Lebensmitteln ist auch ganz ohne Alufolie, Frischhaltefolie und Gefrierbeutel möglich: Bienenwachstücher, Teller, Topfdeckel, Mehrwegboxen oder aber die zweckentfremdete Dessertschüssel mit kleinem Teller als Abdeckung.

Seitdem du dich dem Thema Müllvermeidung widmest: Was war ein besonders rührender, bewegender Moment für dich? Und was ein besonders niederschlagender?

Besonders rührend empfand ich die Momente, in denen meine Kinder plötzlich meinten, auf etwas verzichten zu wollen, weil es zu viel Müll macht, wie zum Beispiel das Fruchtsaftgetränk in besonders greller bunter Farbe mit Comicfiguren bedruckt. Besonders niederschlagend empfand ich den Moment, als das Müllauto unseren Sperrmüll letzte Woche abgeholt hat. Dabei kam in mir erneut der Wunsch auf, am besten nichts Neues mehr zu kaufen, um nicht wieder irgendwann irgendetwas entsorgen zu müssen. Das Bersten und Zerbrechen der Möbelstücke, des vergammelten Sandkastens oder der undichten Waschschüssel waren furchtbar.

Hier könnt ihr mehr aus Rachels Alltag lesen:

Rachels Blog MamaDenkt.de startete als Selbstversuch und wurde zur Herzenssache. Rachel schreibt hier über Kopf- und Herzens-Dinge, übers Mamasein und das reduzierte Leben. Viel Freude beim Weiterlesen!